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Top Tipps für den E-Commerce


Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser: Wie man Betrug im
E-Commerce einen Riegel vorschieben kann

E-Commerce hat sich inzwischen so gut etabliert, dass das Internet immer mehr die traditionellen Vertriebs- und Einkaufswege ablöst. Anstatt in einen Laden zu gehen, die Ware in die Hand zu nehmen und vor Ort zu bezahlen, ziehen immer mehr Konsumenten es vor, ihre Einkäufe übers Internet zu machen. Die unkomplizierten schnellen Abläufe machen das Geschäft einfach – per simplem Mausklick ist die Ware bestellt. Der einzige Aufwand besteht darin, einige Angaben zu machen, darunter auch die Kreditkartennummer. Nutzer, die dabei sehr sorglos mit ihren Daten umgehen, werden so leicht zu Opfern für Betrüger im Netz.

„Identitätsdiebstahl ist eine ständig zunehmende Gefahr. Das Internet bietet neben unzähligen Webshops auch für Privatleute die Möglichkeit über Verkaufswege wie eBay, die eigenen Waren anzubieten. Leider sind diese Plattformen aber auch eine ideale Möglichkeit für Betrüger, an Kontodaten und Nutzeinformationen zu gelangen“, warnt Datensicherheitsexpertin Rieke Bönisch von der Utimaco Safeware AG. „Man muss deshalb nicht auf E-Commerce verzichten. Im Gegenteil: Wer gewisse grundlegende Sicherheitsregeln und Verhaltenrichtlinien einhält, kann sich gut gegen die typischen Gefahren im Netz schützen, und so seine virtuellen Einkaufstouren wieder richtig genießen.“

Die Sicherheitsspezialistin hat daher die acht wichtigsten Regeln fürs Shopping im Netz zusammengefasst, um allen Kauffreudigen den Spaß an der Schnäppchenjagd zu sichern:

Vertrauen Sie auf Ihren Verstand und auf Ihren Instinkt

Machen Sie Geschäfte mit Firmen und Anbietern, die Sie bereits kennen. Bei großen, als seriös geltenden Unternehmen besteht im Allgemeinen ein geringeres Risiko, in die Falle zu tappen als bei kleinen oder unbekannten Firmen. Wenn Sie zum ersten Mal auf einer neuen Website stöbern, achten Sie auf Ihren ersten Eindruck. Wirkt die Website Vertrauen erweckend auf Sie?

Dies kann man an zahlreichen Fakten festmachen: Achten Sie darauf, dass das Unternehmen wirklich existiert und nicht nur eine virtuelle Firma ist. Gibt es ein Impressum, ist eine Adresse oder eine Telefonnummer angegeben? Noch besser ist es, die Nummer auszuprobieren. Sie können auch online nachsehen, ob das Unternehmen in den Gelben Seiten verzeichnet ist.

Beurteilen Sie die Professionalität der Website. Eine ansprechend gestaltete Website zeugt zwar nicht gleichzeitig auch von einer seriösen Firma, aber fehlerhafte Websites bedeuten meistens das Gegenteil. Wie wirken Angebot und Preissystem auf Sie? Misstrauen Sie Webseiten, die mit allzu tiefen Preisen locken, denn es könnte sich um eine Falle handeln.

Und schließlich: Hören Sie sich die Meinung Dritter über den Anbieter an: Gibt es vielleicht Nutzerkritiken oder Rezensionen über die Firma im Internet? Haben Freunde, Kollegen oder Bekannte bereits Erfahrungen mit dem Anbieter gemacht?

Machen Sie sich mit den Nutzungsbedingungen und Datenschutzhinweisen vertraut

Jede kommerzielle Website ist verpflichtet, ihre Nutzungsbedingungen und Datenschutzhinweise zu veröffentlichen. Im Gegenzug dazu muss der Kunde bei seiner ersten Anmeldung ankreuzen, dass er diese Bedingungen gelesen hat und damit einverstanden ist. Ansonsten ist das Login ungültig und es können keine rechtsverbindlichen Käufe abgeschlossen werden.

Die meisten Nutzer lesen dieses Kleingedruckte jedoch nicht, was sich als fataler Fehler erweisen kann. Auch wenn diese Klauseln im Allgemeinen pure Routine und unbedenklich sind, können sich daraus manchmal versteckte Kosten oder Verpflichtungen ergeben. Besser fährt hier, wer diese von Anfang an kennt, und nicht plötzlich vor einer unangenehmen Überraschung steht. Also lieber einmal die Zeit nehmen und das Kleingedruckte genau studieren, als sich hinterher ärgern.

Kaufen Sie auf gesicherten Websites ein

Der wichtigste Unterschied zwischen einer gesicherten und einer ungesicherten Website ist, dass auf der gesicherten Seite die Informationen mittels Verschlüsslungstechnologie übermittelt werden. Der Nutzer gibt seine Daten ein, beispielsweise die Kreditkartennummer, diese wird dann von der Software verschlüsselt und übermittelt und dann beim Anbieter wieder entschlüsselt. Nur ganz bestimmte autorisierte Personen sind dazu in der Lage.

Auf diese Weise wird verhindert, dass Hacker die Informationen „unterwegs“ knacken und damit Missbrauch betreiben können. Woran erkennt man eine gesicherte Website? Das einfachste und sicherste Erkennungsmerkmal ist der Anfangscode der URL. Wenn statt http:// in der Webadresse https:// (das „s“ steht für „secure“) erscheint, handelt es sich um eine gesicherte Website.

Ein anderes Indiz für eine gesicherte Website ist ein kleines Vorhängeschloss-Symbol, das unten rechts auf dem Bildschirm im Internet-Browser eingeblendet ist, sobald man die Website öffnet. Fehlt dieses Symbol, so ist die Kommunikation auf der Website wahrscheinlich auch nicht gesichert. Auch ein Schlüsselsymbol oder eine gelbe Einfärbung der Adresszeile können auf eine gesicherte Seite hinweisen. Geben Sie erst dann Ihre personenbezogenen Daten und Kreditkarteninformationen ein, um sicher zu sein, dass Sie eine abgesicherte Website vor sich haben, die eine sichere Kommunikation gewährleistet.

Machen Sie nur die unbedingt nötigen Angaben zu Ihrer Person

Wohnort, Name, Geburtsdatum, Handynummer, Hobbys: Manche Website-Betreiber wollen weit mehr über ihre Nutzer erfahren als simple Adressdaten. Nicht für jede Kaufoperation sind auch all diese Angaben zwingend notwendig. Meistens sind die unverzichtbaren Angabefelder mit einem Stern gekennzeichnet. Dabei handelt es sich im Allgemeinen nur um Name, Anschrift und Kontodaten. Das Ausfüllen oder Ankreuzen aller übrigen Felder ist oftmals völlig freiwillig und nimmt nicht nur Zeit in Anspruch, sondern verschafft dem Betreiber der Website auch gleich eine komplette „Kundenakte“ über den Käufer.

Bedenken Sie immer, dass diese zusätzlichen Angaben Ihnen selbst nichts nützen, sondern nur dem Anbieter. Zudem wissen Sie nicht, was mit Ihren Daten passiert. In den schlimmsten Fällen werden diese an andere Anbieter weiterverkauft, mit dem Resultat, dass Sie mit Werbe-Mails und sogar Anrufen auch anderer Anbieter belästigt werden.

Geben Sie niemals Ihr Passwort preis

Diese Warnung hört sich so einfach an, dass sie fast unnötig erscheinen mag. Aber in den meisten Missbrauchsfällen im E-Commerce ist ein verratenes Passwort schuld. Geben Sie Ihr Passwort nicht an Dritte heraus. Wenn jemand für Sie Einkäufe erledigen soll, so geben Sie Ihr Passwort lieber selbst ein.

Aber auch wer sein Passwort noch so hütet, sollte wissen, dass man es auch unwissentlich verraten kann: Wenn Sie an fremden Rechnern arbeiten, klicken Sie nicht auf die Option „Passwort speichern“, da sonst jeder nachfolgende Nutzer einfach in ihren Account hineinkommt.
Wählen Sie ein Passwort, das Dritte nicht so einfach rekonstruieren können wie das Geburtsdatum oder den Vornamen des Hundes, sondern lassen Sie sich am besten eine Kombination aus Zahlen und Buchstaben einfallen.

Ein anderer guter Tipp ist es, sich einen Satz einfallen zu lassen und dann von jedem Wort nur den Anfangsbuchstaben zu verwenden, so ergibt sich eine scheinbar völlig willkürliche Kombination.

Versuchen Sie, sich an Anbieter aus Ihrer Region zu halten

Im Allgemeinen gilt die goldene Regel: Je näher das Unternehmen geografisch gesehen am Kunden liegt, desto bessere Kontrollmöglichkeiten hat dieser. Das soll nicht heißen, dass man nur noch Bestellungen beim Biobauern im Nachbarort machen soll. Allerdings ist die Bearbeitungszeit meistens kürzer und es wird weniger Zeit, Geld und Aufwand für den Versand benötigt, wenn der Anbieter nicht zu weit entfernt sitzt.

Besonders umständlich kann eine Versandaktion bei Unternehmen sein, die im Ausland liegen, beispielsweise den USA. Wenn es zu Problemen irgendwelcher Art kommt, oder der Anbieter plötzlich nicht mehr über Internet erreichbar ist, muss teuer nachtelefoniert oder lange Korrespondenz per Post abgehalten werden.

Besonders zum Verhängnis wird dem Käufer die große Entfernung im Falle eines Rechtsstreits. Beispielsweise bestellt und bezahlt der Nutzer etwas bei einer ausländischen Firma, bekommt die Ware jedoch nie geliefert. Die Chance, anschließend noch zu seinem Recht zu kommen, ist dann gering.

Deshalb sollten Sie nur nach reiflicher Überlegung und Überprüfung Ware von weit entfernt liegenden Firmen bestellen. Natürlich spielen hierbei auch die Größe und Bekanntheit des Unternehmens eine Rolle. Manche Unternehmen haben weltweite Handelsvertretungen und können somit überall hin recht zeitnah liefern oder sind so etabliert, dass man ihnen mit großer Sicherheit vertrauen kann.

Überprüfen Sie immer Ihre Kreditkarte

Identitätsdiebe können auf den unterschiedlichsten Wegen an Kreditkartennummern kommen, um im Namen ihrer Opfer Einkäufe zu tätigen. Einer der häufigsten Versuche ist die Phishing-Mail, in der der arglose Anwender wegen vermeintlicher Kundendatenaktualisierung gebeten wird, die persönlichen Kontodaten an seine Bank zu übermitteln.

In Wirklichkeit geht diese Antwortmail direkt an einen gerissenen Betrüger. Auch wenn die E-Mail noch so authentisch (mit Firmenlogo der Bank etc.) gestaltet ist, sollten Sie immer in Hinterkopf behalten: Keine Bank fragt ihre Kunden per E-Mail, per Post oder per Telefon nach seinen Daten oder PINs, diese sind streng geheim. Auch Kreditkartennummern sollten nie an Unbefugte weitergegeben werden.

Als Kontrollmaßnahme, ob mit dem Konto auch kein Missbrauch betrieben wurde, sollte man nach Internetkäufen regelmäßig seinen Kontostand überprüfen und Abbuchungen genau unter die Lupe nehmen. Sollten Summen auf obskure Weise verschwinden, so ist die Bank unverzüglich zu benachrichtigen.

Heben Sie alle Bestellungen oder Kaufinformationen auf

Egal ob ausgedruckt oder in Kopie auf dem Rechner gespeichert – wichtige Kaufinformationen wie beispielsweise Bestellformulare oder Kaufbestätigungen sollten immer in irgendeiner Form aufbewahrt werden. Im Falle einer falschen Lieferung oder einer zu hohen Rechnung hat man so einen Beweis oder wenigstens einen Anhaltspunkt, was wirklich bestellt wurde.

Die Bestätigung sollte die genaue Produktbezeichnung beinhalten, den Preis, den Namen des Käufers und die Vorgangs- oder Kundennummer. Auch Name und Anschrift des Anbieters sollten darauf stehen. Oftmals erhalten Internet-Kunden auch eine E-Mail-Bestätigung über ihre Einkäufe und Bestellungen. Bewahren Sie auch diese sorgfältig auf.